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Meine Antwort

 auf das Interview von

Kardinal Schönborn "Sexualisierung ist mitschuldig"

am 6.3.2010 im Kurier erschienen

 

Nach der Wahlentscheidung von 1970

läuteten Dr. Kreisky und Dr. Broda

die sittliche und kriminelle Verwahrlosung Österreichs ein.
Die „Bischöfe", die geistigen Führer, leisteten keinen Widerstand!


Das sind leider Tatsachen, die die Verantwortlichen heute mit Ausreden und Entschuldigungen „verjammern" .
Nur so billig dürfen wir die Herren von ihren Versäumnissen nicht entlasten, denn es ist nicht einmal bewiesen, daß sie ihr Geflunker selbst ernst nehmen.
Priester konnten unsere Arbeit nur im Geheimen unterstützen.

Wir haben den Bischöfen oft abscheulichste Hartpornos oder gotteslästerliche Abbildungen zugeschickt (einem Gesäß, dem die Kommunion gereicht wird, oder das Bild „Gottesmutter beim Mundverkehr mit dem ´Künstler` Alf Poier“, Verhöhnung des Abendmahls, die vielen "Verhöhnungen des Kreuzes, „Turiner Taschentuch").
 

Wie die „Unterstützung" des damaligen Weihbischof Schönhorn aussah, das zeigt der abgelichtete Brief vom 15. April 1994.


Die Staatsanwaltschaften haben das Pornographiegesetz und jetzt den § 217 StGB gegen den Menschenhandel zum Zecke der Prostitution in unverschämter, verbrecherischer Weise sabotiert. Diesen akademisch „gebildeten" Herren war kaum etwas zu niederträchtig!
Der sittliche Verfall hat aber nicht nur den sogenannten „kleinen Mann" befallen.

Die allgemeine moralische Verwahrlosung ist auch in die staatstragenden Institutionen eingedrungen, sodaß der Nationalrat die „Korruptions-Staatsanwaltschaft" erfand, um den vielen Amtsmißbräuchen noch Herr zu werden.


Die Sünde kennt weder Grenzen noch Zaun!  Die Sünde zu demokratisieren, war eine besonders widerliche, politische Dummheit, vor der auch eine Weihe nicht schützt.
Immer öfter wird jetzt über sexuelle Vergehen von Priestern in den Zeitungen berichtet, faßt zu oft schon, sodaß die Glaubwürdigkeit zu leiden beginnt. Die meisten dieser Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück, und die Übeltäter sind schon lange mause-tot. Die Geschichte ist vielen „Opfern" erst in der Pension eingefallen, sie lassen sich nun mit einer Stange Geld gerne „therapieren".
 

Mit einer ähnlichen Raffinesse haben „schwangere" Frauen die „Aktion Leben" ausgenommen.

Die sexuellen Mißbräuche von Jugendlichen durch Priester sind verschwindend wenige im Verhältnis zu den Mißbräuchen, die in den Familien vorkommen.
Mit dem Hochspielen von sexuellen Übergriffen dürften die Feinde der Kirchen ein ganz anderes Ziel verfolgen: Es geht in Wahrheit um den Zölibat.


Der Zölibat ist eine starke, tragende Säule in der katholischen Kirche, denn er entlastet den Priester von der Sorge um eine eigene Familie und macht ihn frei für die Sorge für eine große Familie, für die Sorge um seine Pfarre.
 

Diese Säule muß herausgebrochen oder wenigstens stark beschädigt werden!

Mir scheint, das ist der Grund für die vielen, gezielten, massiven Angriffe, die von den Massenmedien weltweit unterstützt werden.

Mit Unzucht: wird der Zersetzungsprozeß weiter in Gang gehalten.

Würden diesen „Brüdern" die Kinder tatsächlich leid tun, oder die Würde der Frau etwas bedeuten, würden sie dem kleinen, ungeborenen Sozius das Recht auf Leben zugestehen, so müßten sie in ihrem persönlichen Leben, wie auch in der Öffentlichkeit ganz anders handeln.

 

  gez. Martin Humer, Obmann der

"Christlich-Sozialen-Arbeitsgemeinschaft-Österreichs"
 

1994

Die Antwort des Herrn Bischofs

Dieses Dokument schickte ich 1994

 an den damaligen Bischof Schönborn

 

 

Kardinal Schönborn gibt sich kämpferisch

Nachdem sich Schönborn am Freitag von Barbara Rosenkranz distanziert hatte, spricht er im KURIER-Interview über Missbrauch in der katholischen Kirche.


Es war ein ereignisreicher Freitag für Kardinal Schönborn, der mit deutlichen Worten über die Kandidatur Barbara Rosenkranz' begann: "Wenn sich jemand für ein hohes Amt in diesem Land bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der Frage der Shoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich persönlich nicht wählbar", sagte der höchste Kirchenvertreter nach Ende der Bischofskonferenz.

Die Versammlung beschäftigte sich auch mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche und zog nun Konsequenzen. Die Bischofskonferenz gibt eine österreichweit einheitliche Regelung in Auftrag; eine Projektgruppe (die Namen werden nicht bekannt gegeben, damit die Mitglieder in Ruhe arbeiten können) soll bis zum Sommer Vorschläge erarbeiten.

Nach der Pressekonferenz am Freitagvormittag sprach Kardinal Christoph Schönborn mit dem KURIER über die Frage von Schuld und Wiedergutmachung, Sexualität und Sexualisierung und warum er keine Angst vor dem angedrohten Outing einiger Priester hat.

Interview mit Kardinal Christoph Schönborn

 Conny Bischofberger im Gespräch mit Kardinal Schönborn

KURIER: Eminenz, was haben Sie sich gedacht, als Barbara Rosenkranz meinte, Wiederbetätigung falle unter freie Meinungsäußerung?
Christoph Schönborn: Wenn sich jemand für ein hohes Amt in diesem Land bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der Frage der Schoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich persönlich nicht wählbar.

So jemand? Sie sprechen ihren Namen nicht aus?
Weil ich als Bischof keine Wahlempfehlungen abgebe. Ich hab in einem Konditionalsatz gesprochen, ganz bewusst. Das hab' ich gesagt und mehr sage ich dazu nicht.

In der sogenannten "Ausländer-Debatte" haben Sie eindringlich zu einer "Abrüstung der Worte"aufgerufen. Waren da vielleicht Maria Fekter und Heinz Christian Strache gemeint?
Ich nenne bewusst keine Namen, weil alle aufgerufen sind, mit dem Thema verantwortungsbewusst umzugehen. Gerade im Hinblick auf die kommenden Wahlkämpfe. Asylrecht ist ein Menschenrecht, und Asylwerbende dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden.

Wie würden Sie Verantwortungsbewusstsein beim Thema Asyl-Missbrauch definieren?
Jeder Missbrauch muss geahndet werden. Ob es Missbrauch von Sozialleistungen, Missbrauch von Asylrecht oder Missbrauch von Finanzen ist. Wie schon die alten Römer sagten: Abusus non tollit usus - der Missbrauch hebt das Gebrauchsrecht nicht auf. Entschuldigen Sie, wenn ich da etwas schulmeisterlich werde.

Warum kommen die heute von Ihnen verkündeten schärferen Maßnahmen gegen Missbrauch in der Kirche so spät?
Auf Probleme wird man dadurch aufmerksam, dass sie da sind. Das Problem sexueller Missbrauch ist genauso alt wie die Welt. Aber dass es in den Siebziger- und Achtzigerjahren in so massiver Weise gewachsen ist, das ist erst durch das Öffentlichwerden von Fällen bewusst geworden. Da haben die Medien eine entscheidende Rolle gespielt, vor allem aber jene Menschen, die sich getraut haben zu sprechen. Das muss unser aller Anliegen in der Gesellschaft sein, dass wir Menschen, die Opfer geworden sind, ermutigen zu sprechen.

Tut's Ihnen persönlich leid, dass die Kirche über Jahrzehnte hinweg Missbrauchsfälle vertuscht hat?
Es tut vor allem weh im Hinblick auf die Opfer. Die Frage "Hätte ihnen früher geholfen werden können? Hätte manches Leid vermieden werden können, wenn man rechtzeitig, entschieden, deutlich gehandelt hätte?" - diese Frage beschäftigt mich sehr.

Also trägt die Kirche Schuld?
Es gibt keine Kollektivschuld. Weder von der Gesellschaft noch von der Kirche. Die Schuld tragen immer Menschen.

Caritas-Präsident Küberl hat gemeint,die Kirche müsse endlich lernen, die Dinge nicht bis zum letzten Moment zu verleugnen und zu verräumen. Passiert das jetzt?
Das ist ein Pauschalurteil. Aber jedes Mal, wo etwas verleugnet wird, ist es eine Schande.

Wird es Ihrer Meinung nach restlose Aufklärung geben?
Es gibt nie restlose Aufklärung, weil nicht alle Opfer über ihre Erfahrungen sprechen werden, man muss das auch respektieren. Deshalb wird es immer Fälle geben, die nie aufgeklärt werden. Weil es oft nur um zwei Personen geht. Wenn der Täter sich nicht meldet und das Opfer auch nicht, dann ist es schwer.

Fürchten Sie sich vor der Ankündigung des Vereins "Priester ohne Amt", verurteilte Priester, die weiter in der Seelsorge tätig sind, zu outen?
Nein. Denn erstens sind mir solche Fälle, jedenfalls aus meiner Amtszeit, nicht bekannt. Zweitens muss dieser Verein sehr aufpassen, was er tut. Hier geht es auch um Datenschutz. Wenn jemandes Straffälligkeit verjährt ist, dann hat er vor dem Gesetz das Recht auf einen Leumund. Deshalb ist das Outen von solchen Namen ein durchaus problematischer Vorgang.

"Die Sexualisierung ist mitschuldig"

Helmut Schüller, der lange die Ombudsstelle für Missbrauchsopfer der Erzdiözese Wien geleitet hat, führt drei Ursachen für Übergriffe Geistlicher auf Kinder und Jugendliche an: Das Pflichtzölibat, die rigide Sexualmoral und die autoritären Strukturen in der katholischen Kirche. Stimmen Sie dem zu?
Ich würde keiner einzigen dieser Ursachen pauschal zustimmen. Wenn der Zölibat Schuld hätte, dann dürfte es in den Familien keinen Missbrauch geben.

Der Augsburger Bischof Mixa gibt auch der sexuellen Revolution Mitschuld. Hat er mit seiner These zum Teil recht?
Absolut! Die Sexualisierung ist mitschuldig, das ist ein Faktum. Bitte erinnern Sie sich an das Jahr 1968. Diese Welle der sexuellen Freizügigkeit hat damals die ganze Gesellschaft erfasst. Ich brauch' gar nicht die Mühl-Kommune als negatives Beispiel nennen. Es gab Zeiten, in denen das in intellektuellen Kreisen durchaus hofiert wurde.

Ist der Kardinalfehler der Kirche nicht, dass ein Priester zwischen Liebe zu Gott und der Liebe zu einer Frau wählen muss?
Ich weiß nicht, ob Sie da jetzt mich meinen? Ich glaube, der Kardinalfehler ist, dass wir alle sündige Menschen sind, die alle in Konflikten stehen. Sind nicht auch viele Eheleute in ihrem Leben in Konflikt mit der Treue gekommen? Um die Treue, die ein hohes Gut ist, müssen wir alle kämpfen.

Für Priesteranwärter gibt es psychologische Eignungstests: Muss das Thema Sexualität nicht auch in der Priesterausbildung eine Rolle spielen?
Dort spielt es eine Rolle. Wir sollten uns aber hüten vor Hysterie und Übertreibung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Thema Sexualität so allgegenwärtig ist, dass es naiv wäre zu glaube, unsere Seminaristen kämen vom Mars. Die kommen von dieser Welt. Die bringen alles mit, was junge Menschen wissen.

Ist Ihnen das eigentlich unangenehm, über Sexualität zu sprechen?
Es ist ein unangenehmes Thema, über verirrte Sexualität zu sprechen, aber unangenehme Themen nicht anzugehen ist viel schwieriger als sie anzugehen. Offenheit und Wahrhaftigkeit sind immer der beste Weg.

Mitte März wird auch der Papst zu diesem "unangenehmen Thema" Stellung nehmen. Wissen Sie, was in dem Brief stehen wird?
Nein, denn ich habe keine Geheiminformationen. Aber ich bin sicher, dass es ein sehr klarer Brief sein wird, Ich begrüße es, dass der Heilige Vater offiziell zu diesem wichtigen Thema Stellung nimmt.

In Deutschland ist die evangelische Bischöfin wegen Alkohol am Steuer freiwillig zurückgetreten. Dompfarrer und KURIER-Kolumnist Toni Faber ist hingegen nichts passiert. War das Ihre höchstpersönliche Nachsicht?

Lächelt milde. Das ist seine persönliche Verantwortung. Ich habe ihm keine Vorschriften gemacht. Aber natürlich habe ich ihn zu mir zitiert und ihm gesagt, dass er sich im Umgang mit Alkohol einer sehr ernsthaften Prüfung unterziehen muss.

Herr Kardinal, es wird oft spekuliert, ob und wann Sie endlich der Kurie angehören werden: Ist das noch in Ihrem Lebensplan vorgesehen?
Mein Lebensplan ist ganz anders gekommen, als ich gedacht habe. Ich wollte nie Universitätsprofessor werden, ich wurde dazu berufen. Ich wollte auch nie Bischof werden. Deshalb habe ich jetzt auch keine anderen Pläne. Nur diesen einen: Ich hoffe, einmal da drüben in der Gruft des Stephansdomes einen Ruheplatz zu finden.

Was ist das für ein Gefühl, sich die Letzte Ruhe vorzustellen?
Ein schönes! Denn dort werden ja nur meine Gebeine liegen. Ich hingegen hoffe, dass ich heimkehren kann dorthin, wo wir alle zu Hause sind: zum lieben Gott.

Quelle: Kurier, 6.3.2010

 

 

 

 

 

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