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Nach der Wahlentscheidung
von 1970
läuteten Dr. Kreisky und
Dr. Broda
die sittliche und
kriminelle Verwahrlosung Österreichs ein.
Die „Bischöfe", die geistigen Führer, leisteten
keinen Widerstand!
Das sind leider Tatsachen, die die Verantwortlichen heute mit
Ausreden und Entschuldigungen „verjammern" .
Nur so billig dürfen wir die Herren von ihren Versäumnissen nicht
entlasten, denn es ist nicht einmal bewiesen, daß sie ihr Geflunker selbst
ernst nehmen.
Priester konnten unsere Arbeit nur im Geheimen unterstützen.
Wir haben den Bischöfen
oft abscheulichste Hartpornos oder gotteslästerliche Abbildungen
zugeschickt (einem Gesäß, dem die Kommunion gereicht wird, oder das Bild
„Gottesmutter beim Mundverkehr mit dem ´Künstler` Alf Poier“, Verhöhnung
des Abendmahls, die vielen "Verhöhnungen des Kreuzes, „Turiner
Taschentuch").
Wie die „Unterstützung"
des damaligen Weihbischof Schönhorn aussah, das zeigt der abgelichtete
Brief vom 15. April 1994.
Die Staatsanwaltschaften haben das Pornographiegesetz und jetzt den §
217 StGB gegen den Menschenhandel zum Zecke der Prostitution in
unverschämter, verbrecherischer Weise sabotiert. Diesen akademisch
„gebildeten" Herren war kaum etwas zu niederträchtig!
Der sittliche Verfall hat aber nicht nur den sogenannten „kleinen Mann"
befallen.
Die allgemeine moralische
Verwahrlosung ist auch in die staatstragenden Institutionen
eingedrungen, sodaß der Nationalrat die
„Korruptions-Staatsanwaltschaft" erfand, um den vielen Amtsmißbräuchen
noch Herr zu werden.
Die Sünde kennt weder Grenzen noch Zaun! Die Sünde zu
demokratisieren, war eine besonders widerliche, politische Dummheit, vor
der auch eine Weihe nicht schützt.
Immer öfter wird jetzt über sexuelle Vergehen von Priestern in den
Zeitungen berichtet, faßt zu oft schon, sodaß die Glaubwürdigkeit zu
leiden beginnt. Die meisten dieser Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück,
und die Übeltäter sind schon lange mause-tot. Die Geschichte ist vielen
„Opfern" erst in der Pension eingefallen, sie lassen sich nun mit einer
Stange Geld gerne „therapieren".
Mit einer ähnlichen
Raffinesse haben „schwangere" Frauen die „Aktion Leben"
ausgenommen.
Die sexuellen Mißbräuche
von Jugendlichen durch Priester sind verschwindend wenige im Verhältnis zu
den Mißbräuchen, die in den Familien vorkommen.
Mit dem Hochspielen von sexuellen Übergriffen dürften die Feinde der
Kirchen ein ganz anderes Ziel verfolgen: Es geht in Wahrheit um den
Zölibat.
Der Zölibat ist eine starke, tragende Säule in der katholischen
Kirche, denn er entlastet den Priester von der Sorge um eine eigene
Familie und macht ihn frei für die Sorge für eine große Familie, für die
Sorge um seine Pfarre.
Diese Säule muß
herausgebrochen oder wenigstens stark beschädigt werden!
Mir scheint, das ist der
Grund für die vielen, gezielten, massiven Angriffe, die von den
Massenmedien weltweit unterstützt werden.
Mit Unzucht: wird der
Zersetzungsprozeß weiter in Gang gehalten.
Würden diesen „Brüdern" die
Kinder tatsächlich leid tun, oder die Würde der Frau etwas
bedeuten, würden sie dem kleinen, ungeborenen Sozius das Recht auf
Leben zugestehen, so müßten sie in ihrem persönlichen Leben, wie auch
in der Öffentlichkeit ganz anders handeln.
gez. Martin Humer,
Obmann der
"Christlich-Sozialen-Arbeitsgemeinschaft-Österreichs"
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Kardinal Schönborn gibt sich kämpferisch
Nachdem sich Schönborn am Freitag von Barbara Rosenkranz distanziert
hatte, spricht er im KURIER-Interview über Missbrauch in der katholischen
Kirche.
Es war ein ereignisreicher Freitag für
Kardinal Schönborn, der mit deutlichen Worten über die Kandidatur Barbara
Rosenkranz' begann: "Wenn sich jemand für ein hohes Amt in diesem Land
bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der Frage der
Shoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich persönlich
nicht wählbar", sagte der höchste Kirchenvertreter nach Ende der
Bischofskonferenz.
Die Versammlung beschäftigte sich auch mit den Missbrauchsfällen in der
katholischen Kirche und zog nun Konsequenzen. Die Bischofskonferenz gibt
eine österreichweit einheitliche Regelung in Auftrag; eine Projektgruppe
(die Namen werden nicht bekannt gegeben, damit die Mitglieder in Ruhe
arbeiten können) soll bis zum Sommer Vorschläge erarbeiten.
Nach der Pressekonferenz am Freitagvormittag sprach Kardinal Christoph
Schönborn mit dem KURIER über die Frage von Schuld und Wiedergutmachung,
Sexualität und Sexualisierung und warum er keine Angst vor dem angedrohten
Outing einiger Priester hat.
Interview mit Kardinal Christoph Schönborn
Conny Bischofberger
im Gespräch mit Kardinal Schönborn
KURIER: Eminenz, was haben Sie sich gedacht, als Barbara
Rosenkranz meinte, Wiederbetätigung falle unter freie Meinungsäußerung?
Christoph Schönborn: Wenn sich jemand für ein hohes Amt
in diesem Land bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der
Frage der Schoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich
persönlich nicht wählbar.
So jemand? Sie sprechen ihren Namen nicht aus?
Weil ich als Bischof keine Wahlempfehlungen abgebe. Ich hab in einem
Konditionalsatz gesprochen, ganz bewusst. Das hab' ich gesagt und mehr
sage ich dazu nicht.
In der sogenannten "Ausländer-Debatte" haben Sie eindringlich zu
einer "Abrüstung der Worte"aufgerufen. Waren da vielleicht Maria Fekter
und Heinz Christian Strache gemeint?
Ich nenne bewusst keine Namen, weil alle aufgerufen sind, mit dem Thema
verantwortungsbewusst umzugehen. Gerade im Hinblick auf die kommenden
Wahlkämpfe. Asylrecht ist ein Menschenrecht, und Asylwerbende dürfen nicht
unter Generalverdacht gestellt werden.
Wie würden Sie Verantwortungsbewusstsein beim Thema
Asyl-Missbrauch definieren?
Jeder Missbrauch muss geahndet werden. Ob es Missbrauch von
Sozialleistungen, Missbrauch von Asylrecht oder Missbrauch von Finanzen
ist. Wie schon die alten Römer sagten: Abusus non tollit usus - der
Missbrauch hebt das Gebrauchsrecht nicht auf. Entschuldigen Sie, wenn ich
da etwas schulmeisterlich werde.
Warum kommen die heute von Ihnen verkündeten schärferen Maßnahmen
gegen Missbrauch in der Kirche so spät?
Auf Probleme wird man dadurch aufmerksam, dass sie da sind. Das Problem
sexueller Missbrauch ist genauso alt wie die Welt. Aber dass es in den
Siebziger- und Achtzigerjahren in so massiver Weise gewachsen ist, das ist
erst durch das Öffentlichwerden von Fällen bewusst geworden. Da haben die
Medien eine entscheidende Rolle gespielt, vor allem aber jene Menschen,
die sich getraut haben zu sprechen. Das muss unser aller Anliegen in der
Gesellschaft sein, dass wir Menschen, die Opfer geworden sind, ermutigen
zu sprechen.
Tut's Ihnen persönlich leid, dass die Kirche über Jahrzehnte
hinweg Missbrauchsfälle vertuscht hat?
Es tut vor allem weh im Hinblick auf die Opfer. Die Frage "Hätte ihnen
früher geholfen werden können? Hätte manches Leid vermieden werden können,
wenn man rechtzeitig, entschieden, deutlich gehandelt hätte?" - diese
Frage beschäftigt mich sehr.
Also trägt die Kirche Schuld?
Es gibt keine Kollektivschuld. Weder von der Gesellschaft noch von der
Kirche. Die Schuld tragen immer Menschen.
Caritas-Präsident Küberl hat gemeint,die Kirche müsse endlich
lernen, die Dinge nicht bis zum letzten Moment zu verleugnen und zu
verräumen. Passiert das jetzt?
Das ist ein Pauschalurteil. Aber jedes Mal, wo etwas verleugnet wird, ist
es eine Schande.
Wird es Ihrer Meinung nach restlose Aufklärung geben?
Es gibt nie restlose Aufklärung, weil nicht alle Opfer über ihre
Erfahrungen sprechen werden, man muss das auch respektieren. Deshalb wird
es immer Fälle geben, die nie aufgeklärt werden. Weil es oft nur um zwei
Personen geht. Wenn der Täter sich nicht meldet und das Opfer auch nicht,
dann ist es schwer.
Fürchten Sie sich vor der Ankündigung des Vereins "Priester ohne
Amt", verurteilte Priester, die weiter in der Seelsorge tätig sind, zu
outen?
Nein. Denn erstens sind mir solche Fälle, jedenfalls aus meiner Amtszeit,
nicht bekannt. Zweitens muss dieser Verein sehr aufpassen, was er tut.
Hier geht es auch um Datenschutz. Wenn jemandes Straffälligkeit verjährt
ist, dann hat er vor dem Gesetz das Recht auf einen Leumund. Deshalb ist
das Outen von solchen Namen ein durchaus problematischer Vorgang.

"Die Sexualisierung ist mitschuldig"
Helmut Schüller, der lange die Ombudsstelle für
Missbrauchsopfer der Erzdiözese Wien geleitet hat, führt drei Ursachen für
Übergriffe Geistlicher auf Kinder und Jugendliche an: Das Pflichtzölibat,
die rigide Sexualmoral und die autoritären Strukturen in der katholischen
Kirche. Stimmen Sie dem zu?
Ich würde keiner einzigen dieser Ursachen pauschal zustimmen. Wenn der
Zölibat Schuld hätte, dann dürfte es in den Familien keinen Missbrauch
geben.
Der Augsburger Bischof Mixa gibt auch der sexuellen Revolution
Mitschuld. Hat er mit seiner These zum Teil recht?
Absolut! Die Sexualisierung ist mitschuldig, das ist ein Faktum. Bitte
erinnern Sie sich an das Jahr 1968. Diese Welle der sexuellen
Freizügigkeit hat damals die ganze Gesellschaft erfasst. Ich brauch' gar
nicht die Mühl-Kommune als negatives Beispiel nennen. Es gab Zeiten, in
denen das in intellektuellen Kreisen durchaus hofiert wurde.
Ist der Kardinalfehler der Kirche nicht, dass ein Priester
zwischen Liebe zu Gott und der Liebe zu einer Frau wählen muss?
Ich weiß nicht, ob Sie da jetzt mich meinen? Ich glaube, der
Kardinalfehler ist, dass wir alle sündige Menschen sind, die alle in
Konflikten stehen. Sind nicht auch viele Eheleute in ihrem Leben in
Konflikt mit der Treue gekommen? Um die Treue, die ein hohes Gut ist,
müssen wir alle kämpfen.
Für Priesteranwärter gibt es psychologische Eignungstests: Muss
das Thema Sexualität nicht auch in der Priesterausbildung eine Rolle
spielen?
Dort spielt es eine Rolle. Wir sollten uns aber hüten vor Hysterie und
Übertreibung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Thema Sexualität
so allgegenwärtig ist, dass es naiv wäre zu glaube, unsere Seminaristen
kämen vom Mars. Die kommen von dieser Welt. Die bringen alles mit, was
junge Menschen wissen.
Ist Ihnen das eigentlich unangenehm, über Sexualität zu sprechen?
Es ist ein unangenehmes Thema, über verirrte Sexualität zu sprechen, aber
unangenehme Themen nicht anzugehen ist viel schwieriger als sie anzugehen.
Offenheit und Wahrhaftigkeit sind immer der beste Weg.
Mitte März wird auch der Papst zu diesem "unangenehmen Thema"
Stellung nehmen. Wissen Sie, was in dem Brief stehen wird?
Nein, denn ich habe keine Geheiminformationen. Aber ich bin sicher, dass
es ein sehr klarer Brief sein wird, Ich begrüße es, dass der Heilige Vater
offiziell zu diesem wichtigen Thema Stellung nimmt.
In Deutschland ist die evangelische Bischöfin wegen Alkohol am Steuer
freiwillig zurückgetreten. Dompfarrer und KURIER-Kolumnist Toni Faber ist
hingegen nichts passiert. War das Ihre höchstpersönliche Nachsicht?
Lächelt milde. Das ist seine persönliche Verantwortung. Ich habe
ihm keine Vorschriften gemacht. Aber natürlich habe ich ihn zu mir zitiert
und ihm gesagt, dass er sich im Umgang mit Alkohol einer sehr ernsthaften
Prüfung unterziehen muss.
Herr Kardinal, es wird oft spekuliert, ob und wann Sie endlich der
Kurie angehören werden: Ist das noch in Ihrem Lebensplan vorgesehen?
Mein Lebensplan ist ganz anders gekommen, als ich gedacht habe. Ich wollte
nie Universitätsprofessor werden, ich wurde dazu berufen. Ich wollte auch
nie Bischof werden. Deshalb habe ich jetzt auch keine anderen Pläne. Nur
diesen einen: Ich hoffe, einmal da drüben in der Gruft des Stephansdomes
einen Ruheplatz zu finden.
Was ist das für ein Gefühl, sich die Letzte Ruhe vorzustellen?
Ein schönes! Denn dort werden ja nur meine Gebeine liegen. Ich hingegen
hoffe, dass ich heimkehren kann dorthin, wo wir alle zu Hause sind: zum
lieben Gott.
Quelle: Kurier, 6.3.2010
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